14. August 2025. X-E5 gekauft.
Anruf aus Düsseldorf. Darauf habe ich gewartet. Ich kann die neue Fujifilm X-E5 bekommen. In diesem Fall ohne Kit-Glas. Perfekt! Das XF23mmF2.8 R WR gefällt mir durchaus. Die Brennweite habe ich aber schon. Mit höherer Lichtstärke. An meiner X100VI. Nett aber, dass das XF23mmF2.8 R WR nur 90 Gramm auf die Waage bringt. Da habe ich direkt überlegt, welches das beste Wort für ein derartiges „Gewicht“ wäre. Mein Favorit aus mehreren Möglichkeiten? Unschwer!
Trotzdem bin ich froh, dass ich das Glas nicht nehmen musste. Rein optisch wäre es aber eine schöne Wahl. Meine derzeitiger Objektiv-Parkt wirkt an der X-E5 etwas überdimensioniert.
Da ich die X-E5 auf eine bevorstehende Reise mitnehmen wollte, wurde die Kamera noch am selben Tag per Express verschickt. Einen Tag später wurde sie gegen 7:00 Uhr morgens geliefert. Klasse, wenn sich ein Händler so gut kümmert und wirklich alles flutscht.
Energie!
Captain Picard hätte mit dem alten NP-W126S-Akku vermutlich keine Warp-Geschwindigkeit erreicht. Ein heißer Earl Grey aus dem Replikator könnte aber klappen. Man weiß es halt nicht …
Für Fotografen sieht die Situation deutlich besser aus. Mit einem frisch geladenen Akku komme ich (mit der X-E5 und der X100VI) auf 4-600 Bilder. So richtig „wissenschaftlich“ habe ich es aber noch nicht gemessen. Müsste man mal machen. Im nächsten Leben. Nebenher spielen hier auch noch andere Größen eine Rolle. Ob man die Kamera nach jedem Foto ausschaltet und die Temperatur on Location. An eisigen Tagen wird sich die Zahl der möglichen Bilder deutlich reduzieren.
Da irgendwann jeder Akku leer läuft, ich an manchen Tagen aber nicht mit einem auskomme, habe ich ein separates Ladegerät gekauft. Damit lassen sich gleich zwei NP-W126S auftanken.
Rückblick
Die Vorstellung der X-E5 hat bei mir für Chaos gesorgt. Weil ich nicht damit gerechnet hätte, dass sie mir so gut gefallen würde. Ich habe mich dagegen gewehrt, sie haben zu wollen. Argumente geprüft. Mich geprüft. Meinen Bedarf. Hat nichts genützt …
Vergleichsansichten
Die X-E5 und die X100VI werden gern miteinander verglichen. Für mich sind das komplett unterschiedliche Kamera-Konzepte. Die (im Wortsinn) feste Brennweite ist das Merkmal der X100-Serie. Reduktion als Kernkompetenz. Inspiration als Ergebnis. Wechselobjektive sind das andere Lager. Nicht mit der X100VI vergleichbar. Äpfel. Birnen. Hinkt. Thema. Vorbei.
Der technische Unterbau beider Kameras unterscheidet sich stellenweise recht deutlich. Das gilt z. B. für den Sucher. Die X-E5 bietet den Classic Display Mode und den Surround View Mode. Das bietet die X100VI nicht.
Der Classic Display Mode
… wird in Kommentaren und Tests nicht immer für gut befunden. Vielleicht ja deshalb, weil dieses Feature nicht von jedem verstanden wurde. Der Plan bei dieser Kamera war nicht, einen möglichst großen Sucher einzubauen (sonst hätte man das getan), sondern beim Fotografieren ein bestimmtes Gefühl zu erzeugen. Bei mir ist das gelungen. Ich finde das großartig. Richtig klasse.
Das ist Rund!
Ich bin der größte Freund runder Sucher-Öffnungen. Die sind schlicht, schick und leicht zu reinigen. Wenn die außerdem links am Kameragehäuse liegen, ist alles perfekt.
Dicke Lippe
Die breite Gummilippe der X-T5 gefällt mir im Vergleich gar nicht. Die ist aber nicht der Grund dafür, dass ich diese Kamera nun verkauft habe. Die X-E5 ist der Grund. Die X-E5 ersetzt nicht meine X100VI – sie ersetzt meine X-T5. Und ja, das habe ich mir gut überlegt.
Die X-T5 ist nach wie vor eine sehr gute Kamera, die manche Dinge besser als eine X-E5 oder X100VI kann. Aber: Nicht jede Facette von besser ist (für mich) relevant. Bei mir geht es z. B. nie ums Tempo oder die Größe des Suchers. WR ist auch nicht der Punkt.
Meine Prioritäten
Ich fahre sehr auf gutes Design ab.
Eine inspirierende Kamera ist mir wichtig.
Privat bin ich ausdrücklich ein langsamer Fotograf.
Ich mag auch den „handwerklichen Prozess“ der Fotografie.
Was vor dem Auslösen geschieht
Motiv entdeckt.
Kamera aus der Tasche holen.
Das Design sehen.
Die Materialanmutung fühlen.
Durch den Sucher schauen.
Die passende Belichtung finden.
Die gewünschte Blende einstellen.
Den endgültigen Ausschnitt wählen.
Auslösen.
Das sind keine Nebensächlichkeiten. Das ist wichtig. Mir ist das wichtig.
Freihändig
Nach meinem Eindruck hat sich das Design-Team ab der X-E5 mehr freie Hand erarbeitet. Warum ich das denke? Weil bei dieser Kamera deutlich mehr passiert ist, als bei den Neuheiten der jüngeren Vergangenheit. Da sehe ich folgende Punkte …
Die gewünschte Filmsimulation lässt sich per Rädchen aufrufen. Das wurde bei dieser Kamera (im Gegensatz zur X-T50) stilvoll ins Gehäuse eingelassen. Die korrespondierende Anzeige liegt in Form eines kreisrunden Displays auf der Kameraoberseite. Die getroffene Wahl wird namentlich (gekürzt) angezeigt.
Es gibt nun einen bündig eingelassenen Bluetooth-Knopf auf der Unterseite der Kamera.
Die Oberseite besteht aus einem Stück Aluminium. Dieser Block erzeugt ein fühlbares Gewicht. Gefällt mir. Gelungen finde ich außerdem, dass die schwarzen Markierungen neben den Rädchen (ISO / Belichtungskorrektur, usw.) auf der rechten Kameraschulter entfallen sind. Es gibt jetzt minimale Vertiefungen als Anhaltspunkt. Das ist Dezenz im besten Sinne. Die X-E5 ist für mich die schönste Kamera, die ich bis heute besessen habe.
Was fehlt?
Ich hätte gern eine Funktion, wie sie z. B. Sony und Canon bieten. Da wird das Objektiv-Bajonett automatisch geschlossen, wenn man das Glas abnimmt. Die Chancen, sich Sensorstaub einzufangen, sinken damit deutlich. Meine X-E5 hat (im Gegensatz zur verkauften X-T5) inzwischen einen Fleck, der sich nicht per Blasebalg entfernen lässt. Da der Fleck am unteren Bildrand liegt, nehme ich noch keine Nassreinigung vor.
Der Kampf mit dem Schwarzgurt …
Nein. Kein Judo, Karate oder Kung-Fu. Fujifilm legt der X-E5 einen schicken Kameragurt ins Paket. So schick, dass ich mich gegen meine gewohnte Handschlaufe und für den Gurt entschied. Das habe ich im weiteren Verlauf bereut …
Gurt und Kamera miteinander zu verbinden ist eine Katastrophe nervige Herausforderung. Ich wollte das dann trotzdem umsetzen, hab mich aber zunehmend geärgert, dass ich es nicht wie bei meiner X100VI gemacht habe (Handschlaufe). Einen Vorteil hat diese Gurtbefestigung aber: Die dürfte Bombenfest sein.
Alles zurück
Einige Stunden später habe ich mir dann doch die Mühe gemacht und den Kameragurt wieder abgenommen. Stattdessen nutze ich nun wieder eine Handschlaufe. Den haltenden Metallring habe ich mit einem Gummiring unterlegt – in der Hoffnung, dass damit potenzielle Kratzer am Gehäuse vermieden werden.
Fujifilm-Entwicklung
Aktuell scheint es Fujifilm hauptsächlich um 2 Dinge zu gehen: Das Gefühl von analoger Bedienung zu verstärken und darum, den Zugang zu den hauseigenen Filmsimulationen zu vereinfachen. Für meinen Geschmack ist das absolut die richtige Richtung.
Gleiche Technik, gleiche Bilder?
Die aktuellen 40-Megapixel-Kameras von Fujifilm bieten in Sachen Sensor und Prozessor dieselbe technische Basis.
Würde man alle diese Kameras vor demselben Motiv auf ein Stativ stellen, sollte sich (ein identisches Glas vorausgesetzt) mit jeder dieser Kameras dasselbe Ergebnis erzeugen lassen.
Ich gehöre zu den Fotografen, die das bezweifeln. Nicht im oben geschilderten Szenario, aber in der alltäglichen Fotografie. Der Grund dafür ist die von mir immer wieder aus der Tasche geholte Inspiration. Unterschiedliche Gehäuse. Sucher. Rädchen. Schalter. Sonstige Ausstattungsdetails werden (meine Meinung) am Ende auch unterschiedliche Bilder erzeugen.
Einer fängt die Szene mit der X-T50 ein und der andere verwendet eine X-E5. Ich glaube nicht, dass beide Fotografen das gleiche Bild machen. Es kommt auch immer darauf an, ob bildrelevante Funktionen gut erreichbar sind. In einem Szenario nutzt man die. Im anderen vielleicht nicht.
Mehr über Fujifilm
Meine alten und neuen Fujifilm-Kameras
X100F – X-T20 – X-T3 – X100V – X-T30 II – X-T5 – X100VI – X-E5
Bilder aus der …
X100F – X-T20 – X-T3 – X100V – X-T30 II – X-T5 – X100VI – X-E5
Kamera-Status
Die X-E5 ist meine aktuelle Kamera. Bislang habe ich (Stand 5.4.26) 556 Bilder behalten. 46 haben in Lightroom 4 oder 5 Sterne erhalten.
Meine beste Auswahl aus der Kamera (Stand 20.1.2026) zeigt Bilder aus Deutschland (Hamburg, Markkleeberg und Schwarzenberg)


















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