Alte Häuser haben was. Ausstrahlung. Ästhetik. Geschichte. Ein Teil der alten Industrie-Bauwerke in Leipzig ist längst verfallen. Andere Gebäude wurden restauriert und dienen nun als Wohnraum.
In der Spinnerei wurde offenbar vorwiegend an kreative Menschen vermietet. Beispiele dafür sind Tanz. Text. Theater. Oder Forschung. Fotografie. Freizeit.
Als ich das Gelände der Spinnerei erstmals erkundete, war ich – wie oft bei solchen Gelegenheiten – traurig, dass ich dieses Unternehmen nicht während seiner aktiven Zeit fotografieren konnte. Mittels einer Zeitmaschine.
In meiner Vorstellung sah ich Güterwaggons auf dem Gelände ein- und ausrollen. Dazu Rauch und Schmutz. An jeder Ecke. Bei jedem Schritt. Ich würde „unsichtbar“ in einer Nische stehen und auf den Auslöser drücken. Momente einfangen …
Heute ist die Stimmung völlig anders. Vermutlich ruhiger. In einigen Räumen wird womöglich noch immer gesponnen. Nicht mit Baumwollgarnen. In kreativer Hinsicht.
Die Wände zeigen längst nicht mehr das schmutzige Grau alter Zeiten. Manche Fassaden sind sogar bunt. Graffiti-Gezeichnet. Von anderen kreativen Geistern.
Auch mich faszinieren Farben. Aber mehr die, die vom Licht erzeugt werden. Das Rot der Backsteine während der untergehenden Sonne? Zum Niederknien. Dafür kam ich immer wieder hierher. Weil das Zeitfenster zu klein ist, um alle Wände und Momente während eines Besuchs einzufangen.
Ich mag auch das Blau, das zumindest eine Fassade der Spinnerei ziert. Blau und Rot zusammen? Funktioniert immer. Was die Lage und die daraus resultierenden Lichtverhältnisse angeht: Den größten Teil meiner Motive habe ich Anfang April aufgenommen. Die besten Farben sah ich ab 18:00 Uhr.

















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