Santuari de Sant Salvador

4 Uhr 30. Check-in am Hamburger Flughafen. Am Band für den Handgepäck-Scan. Ich starte den (gefühlt) 723. Versuch, mein iPad und mein iPhone so in der Plastikkiste anzuordnen, dass der Flughafenmitarbeiter meine Geräte nicht anfummelt. Vergeblich. Er schiebt sie von hier nach da. Von links nach rechts. Von der einen in die andere Ecke. Irgendwann entscheidet er sich. Er schubst sie zusammen. Argh!

Was muss ich tun oder bezahlen, damit das aufhört? Leute, das geht mir auf den Sender! Lasst eure Griffel von meinem Geraffel!

Es hat mich ein lockeres Stündchen gekostet, meinen Ärger über diese (wiederholte) Episode zu vergessen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir längst in der Luft.

Während eines Mallorca-Flugs hat man nicht viel auszustehen. Starten und landen sind gefühlt nur wenige Augenblicke voneinander entfernt. So war es auch an diesem Tag. Und auf der Insel ging es noch mal schneller. Landung. Leihwagen. Losfahren.

23. September 2017 – Diese Nacht verbringen wir im ehemaligen Kloster Santuari de Sant Salvador. Das liegt in einer Höhe von 510 Metern. In den zurückliegenden Jahren waren wir oft hier oben. Ein bis zwei Stunden. Es wurde Zeit für eine Übernachtung. Das Zimmer? Eine perfekt renovierte Klosterzelle.

Erwartet habe ich ein leeres Haus. Wer (außer uns) würde so verrückt sein und auf Mallorca – in der Badesaison – in solcher Höhe in einem ehemaligen Kloster übernachten, das locker eine Autostunde vom Meer entfernt liegt? Es stellte sich heraus, dass das ziemlich viele waren. Das Hotel war nahezu ausgebucht.

Die Rezensionen über das Haus sind voll bizarrer Kritik. Bemängelt wurde zum Beispiel die lange Auffahrt und die kurvige Strecke. Mehrere Gäste vermissten ein TV-Gerät (was waren das für Vögel?), anderen waren die Zimmer zu schlicht und dann gab es welche, denen es zu still war. Holadiho! Das waren echt die Krassesten. Buchen sich in ein einsames Kloster auf einem hohen Berg ein und vermissen Ballermann.

Als ich las, dass es „zu still“ ist, habe ich mich gefreut. Hier bestand endlich mal die Chance auf richtige Ruhe! Ein Traum – der zumindest in dieser Nacht – nicht in Erfüllung ging. Auch hier waren wieder Reisende unterwegs, die sich zu nachtschlafender Zeit gleichgültig und laut krähend durch die Gänge vor den Zimmern bewegten. Die Sorte Mensch, denen alles egal ist. Allein auf der Welt und so.

Meine kleine Galerie zeigt Aufnahmen aus diversen Jahren und Jahreszeiten.

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