Künstliche Intelligenz dringt in immer mehr Lebensbereichen ein. Ich nutze das auch. Seit es in Lightroom verfügbar wurde. Da geht es um generative Funktionen. Manchmal kann ich kaum glauben, wie gut die Resultate ausfallen.
Früher musste ich das in Handarbeit lösen. Bei einigen Szenen in der Natur habe ich manchmal (auch) schwere Äste aus einer Szene getragen / geschleift, die ich aufgeräumt fotografieren wollte. Heute nutze ich nur noch Lightroom. Störende Elemente werden mittels Pinsel entfernt. Ist das böse? Dann würde das auch für die besagte Handarbeit gelten. Ein früherer Kollege hätte hier „Nu mach ma nich den Pudding wellich“ gesagt – und ich hätte ihm zugestimmt. Weil ich davon ausgehe, dass ich bei weitem nicht der einzige Fotograf bin, der diese Tools nutzt.
Wohlgemerkt: Diese. Aber KI „kann“ ja noch mehr – z. B. Anleitungen für vermutlich jede Aufgabe liefern. Auch das nutze ich. Vor allem bei Fragen, die WordPress betreffen. Weil ich immer noch lernen muss. Gerade heute wieder …
Es ging um das Thema SEO. Laut gewissen Tools im Web fehlte meiner Seite ein H1-Tag. Wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Nebenher habe ich erfahren, dass das H2-Tag nicht mehr als 3-mal auf einer Seite vorkommen soll. Auch das habe ich dann gefixt (mit zusätzlicher Hilfe aus dem WordPress-Forum). Soweit zu den KI-Dingen, die ich gut finde …
Weniger gut gefallen mir Funktionen, die dazu führen werden, dass man nicht mehr selbst denkt und sich z. B. Texte erzeugen lässt. Nicht mal mehr selbst tippt. Abwartet. Sich zum reinen Empfänger und Weiterleiter degradieren lässt. Als so einer könnte man beruflich schnell obsolet werden …
Ich habe zudem ein Problem mit der Vorstellung, dass ich irgendwann einen KI-Arzt konsultieren muss. Weil kein anderer verfügbar ist. Ich würde nicht erwarten, dass der selbständig und ggf. auch mal intuitiv oder auf Basis eigener Erfahrungen agieren würde.
Im schlechtesten Fall (wer, bzw. welche Institution für seine Programmierung zuständig war) würde er meine Medikation nicht in meinem Sinne, sondern im Sinne wirtschaftlicher Erwägungen, Lagervorrat (das Medikament muss langsam mal verbraucht werden) und anderen Kriterien gestalten.
Da waren die Autoren von Raumschiff Voyager sogar noch weiter! Die haben einen holographischen Arzt als vollwertiges Mitglied der Mannschaft erdacht. In 1995! Die hatten Fantasie!
Zu der Zeit fand ich den „Holo-Doc“ zwar cool, dachte aber nicht im Traum daran, dass so etwas möglich werden könnte. Heute scheint mir das nicht mehr ganz so weit hergeholt. Es gibt einfach schon zu viele Dinge, die man damals für unmöglich hielt. Nur ein Beispiel: Flugzeuge Computerchips. Die M3-Version von Apple. Die dort „verbauten“ Transistoren sind so unfassbar klein, dass (laut Johny Srouji im Scary-Fast-Event) 2 Millionen davon auf den Querschnitt eines menschlichen Haares passen. Sollte das stimmen, wäre das real gewordene Science Fiction. Unglaublich!
Zu befürchten ist, dass viele der heutigen Jobs entfallen werden. Irgendwann sogar Tätigkeiten, die Kreativität erfordern. Da fällt mir direkt ein Film ein: iRobot. Mit Will Smith als Polizisten, der gerade einen Roboter verhaftet hat und dem vorwirft, dass er nur ein Stück Blech wäre und nie eine Symphonie schreiben könnte. Gegenfrage des Roboters: Können Sie es?
Die Gegenfrage bleibt im Film unbeantwortet. Da blieb dann auf der Stecke, dass zwar nicht jeder Mensch eine Symphonie schreiben kann, jedoch einige – aber (in der Geschichte) kein einziger Roboter.
Letzte Fragen …
- Wie kreativ (im Wortsinn) kann künstliche Intelligenz werden?
- Könnte es einen Punkt geben, ab dem künstliche Intelligenz ein eigenständiges Bewusstsein erlangt?
- Kann „die Maschine“ je über menschliches Wissen hinausgehen und Dinge miteinander verknüpft, die uns bislang entgangen sind?
Am Ende stünde womöglich die Frage im Raum, welche Rolle uns bliebe und wer das dann entscheidet …


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