Umzugsbedingt habe ich gerade kein Internet. Beinahe erschüttert registriere ich, dass „da draußen“ Leben existiert, das ohne Glasfaser-Anschluss auskommt.
Außerhalb meines Computers wimmelt es geradezu von Menschen, die seltsam-realen Beschäftigungen nachgehen. Beschäftigungen, die keinen Mausklick erfordern und nicht von einer SSD gestartet werden müssen.
Dialoge werden nicht über Mail (oder andere Systeme) geführt. Die reden in echt miteinander!
Aber wie sollten sie auch sonst kommunizieren? Die meisten von Ihnen sind nicht in der Lage hinreichend schnell im 10-Finger-System zu schreiben und – SCHOCKIEREND – sie interessieren sich weder für Klickzahlen, noch kennen sie den Unterschied zwischen PageViews und Visits! Das allein ist schon seltsam genug. Hinzu kommt, dass die meisten dieser Mitbürger die undurchschaubare und völlig chaotische dreidimensionale Realität der aufgeräumten zweidimensionalen Betriebssystemoberfläche eines Computers vorziehen.
Vielleicht sollte ich mich mit einem Mobilcomputer aufmachen und schauen, ob sich diese Halbwilden mittels einer noch zu erzeugenden Betriebssystem-Religion missionieren lassen – ich möchte schließlich nur das Beste für diese seltsamen Wesen.
Betet mit mir, liebe Netzgemeinde, dass ich meiner Aufgabe gewachsen bin. Da draußen sind Milliarden von ihnen!

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