Südfriedhof Leipzig

Es heißt, dass Menschen dann besonders gut leben, wenn sie so handeln, als wäre alles ihre letzte Tat. Die würde man immer zur Perfektion treiben.

Ich denke darüber nach. Wie würde ich fotografieren, wenn ich wüsste, dass es mein letztes Foto wäre? Anders als jetzt? Wäre es mein bestes Bild? Wohl kaum. Dafür müsste ich vor einem besonderen Motiv stehen – z. B. vor meinem Tod – wie immer er sich mir gegenüber manifestiert. Vielleicht ja als Auto, das ungebremst auf mich zufährt. Ob ich da rechtzeitig auf den Auslöser drücke? Die Gelegenheit hatte ich mal. Ich kam von der Elbe. Meinem Lieblingsplatz. Das Rissener Ufer. Hamburg ist nirgendwo schöner. Ich war auf dem Weg nach Hause.

Eine Fahrerin hatte in einer Kurve die Kontrolle über ihren Wagen verloren. Plötzlich fuhr sie mit hoher Geschwindigkeit auf dem Gehweg auf mich zu. Sie schaffte es aber noch rechtzeitig, ihr Auto auf die Straße zurückzulenken. 

Das ging so schnell, dass ich nicht mal stehengeblieben bin. So, wie sie nicht gebremst hat. Da auf den Auslöser drücken? In so einem Augenblick? Unwahrscheinlich.

Meine hier gezeigten Bilder sind nicht in einer „dies-ist-mein-letztes-Foto-Stimmung“ entstanden – aber mit Hingabe und Freude über die vielen schönen Motive.

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