Wir sind auf dem Weg in die USA. Flugzeit: noch 4 Stunden und 11 Minuten. Viel später schaue ich wieder auf das Display vor mir. Flugzeit: noch 4 Stunden und 10 Minuten. Viel später …
So ging das eine ganze Weile. Irgendwann war es dann geschafft. Die Einreiseformalitäten gingen schnell über die Bühne. Dasselbe beim Auto-Verleih. Da hatten wir einen Service gebucht, der uns das Anstellen beim Vermieter erspart. Direkt runter zu den Fahrzeugen. Bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus sind dann aber trotzdem Führerschein und Kreditkarte vorzulegen.
Wir hatten wieder ein kostenloses Upgrade auf ein größeres Auto. Das passiert offenbar immer dann, wenn man einen Kleinwagen bucht. Sowas haben sie da nicht. Die gibt’s da nur auf dem Papier. Sollte es mit der Größe der Autos und der kostenlosen Upgrades so weitergehen, werde ich bei der nächsten USA-Reise einen LKW-Führerschein benötigen.
Die ersten beiden Tage dieser Reise verbringen wir in den …
Universal Studios
… in Orlando. Vor dem Park wird bei allen Gästen eine umfassende Kontrolle durchgeführt, ein Fingerabdruck abgenommen und meine Kameratasche wie beim Flughafen durchleuchtet.
Beim Transformers-Ride durfte ich meine Kameratasche mit ins Gefährt nehmen. Ich kannte diese Art „Fahrgeschäft“ noch nicht. Dieser Ride ist eine Kombination aus Bewegungen und 3D-Film. Dazu gibt es Heißluft, Wasserspritzer und Wind. Zusammen mit Dunkelheit und enorm lauten Kampf- und Stimmgeräuschen wird ein überraschend realistischer Eindruck erzeugt. Zumindest ich habe dabei immer mal wieder die Augen geschlossen.
Der Verstand ist sich der Lage jederzeit bewusst. Augen, Körper und Wahrnehmung lassen sich trotzdem täuschen. Man spannt die Muskeln an, oder hält sich irgendwo fest. Selbst, wenn du dir immer wieder bewusst machst, dass du in einer visuellen Fiction unterwegs bist, die mit realen (aber erheblich langsameren Bewegungen) angereichert wird.
Nützt nichts. Zumindest ich habe es nie geschafft, mich während der Fahrt emotional und körperlich auszuklinken und die Geschehnisse sachlich-entspannt von „oben“ zu betrachten.
Was ich nun auch weiß – und das ist meine Warnung an dich: Geh‘ nicht mit vollem Bauch in solche Rides – schon gar nicht in den der Harry-Potter-Welt. Ich hatte etwa 30 Minuten vorher ziemlich viel gegessen, war also bis unter das Kinn „gefüllt“. Als sich über mir ein Überrollbügel schloss, dachte ich sofort: „Houston, wir haben ein Problem“.
Kurz darauf wurde ich (gefühlt) von den Füßen auf den Kopf gestellt und kräftig durchgeschüttelt. Während der Fahrt hatte ich dann abwechselnd damit zu kämpfen meine Sandalen nicht zu verlieren, mein Essen bei mir zu behalten und ggf. rechtzeitig die Augen zu schließen, bevor mir zu übel wurde. Nach dieser kleinen Erlebnistour habe ich rund 2 Stunden gebraucht, bis Übelkeit und Schwindel nachließen.

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