Über die Vergänglichkeit

Zwei Kinder und zwei Erwachsene am Frühstückstisch. Thema: Klimawandel und Eisbären, die Delphine fressen. 

Das Arktis-Wasser ist wärmer geworden. Deshalb gibt’s da jetzt auch Delfine. Die sind unter der Eisdecke gefangen. Sie müssen Luft holen und kommen an ein Eisloch. Da holt sie der Eisbär. Gegenüber den Kindern mache ich einen halbgaren Scherz über Flipper. Ernste Gesichter. Schweigen.

Nicht, dass ich wirklich was Lustiges gesagt hätte, aber etwas klingelte bei mir. Eine Art misstrauisch-neugierige Überraschung. 

„Wisst ihr denn, wer Flipper ist?“ Fragende Blicke gen Oma. Ich versuche noch einen Scherz: „Flipper ist der fischige Bruder von Fury.“ Keine Reaktion. 

Ich werde nervös. „Fury? Fury!“ Ich gebe einen leicht schrägen Tipp: „Das Pferd, auf dem immer Hoss geritten ist!“ 

Den Gesichtern entnehme ich, dass die beiden weder Fury, noch die Ponderosa kennen. Erschütternd. Und Lassie? Ich frage gar nicht erst.

Zwei Generationen genügen und die komplette Fernseh-History meiner Generation ist Geschichte. Ich hab das als kleiner Junge geguckt. Legendär die nervige Unterwasserhupe, die „den klugen Delfin“ zu Hilfe gerufen hat. Bonanza mit den Cartwrights. Die zweitlängste Western-Serie der Welt. Die Ponderosa muss wohl abgebrannt sein. Vor Jahrzehnten. Flipper, Fury und Hoss? Unbekannte Figuren einer längst vergangenen Epoche. Gab’s da schon Autos? Flugzeuge? Echt?

Alt werden? In solchen Momenten merkt man es …

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