Diese Insel ist ein substanzieller Teil meines Lebens. Es müssen inzwischen deutlich über 20 Jahre sein, in denen ich Mallorca besucht habe. Zu zweit. Mit den Kindern. Mit der ganzen Familie. Mal in kurzen Abständen. Ab und an auch mit langen Pausen.
Gerade hier gibt es viele uralte Bilder, deshalb gilt einmal mehr, dass ich das heute anders fotografieren würde.
Cala Llombards
Diese Bucht gehört für mich zu den schönsten der Insel. Hier ist vom Massentourismus nicht viel zu spüren. Der Grund liegt in der eher bescheidenen Zugänglichkeit des Strandes.
Aus dem Ort Es Llombards gilt es tief und kurvig hinabzufahren. Parkplätze sind nur in begrenzter Zahl vorhanden. Wer zu Fuß geht, muss nach dem Bad im Meer einen steilen Aufstieg hinnehmen. So steil, dass die Erfrischung vom Bad im Meer hinüber ist. Und es gibt noch einen Punkt …
Baden ist hier nur in einem begrenzten Zeitfenster schön. Weil diese Bucht im Vergleich zur Umgebung sehr tief liegt, bzw. hoch von Felsen umrahmt wird. Es gibt oft Schatten. Das betrifft den Vormittag und den späten Nachmittag.
Der Blick vom Strand auf das Meer ist einfach nur schön. Linker Hand stehen einige Häuser am Hang.






Cala Mesquida
Diese Bucht liegt sozusagen „neben“ der Cala Guya Cala Agulla. Für mich bietet die Cala Mesquida die schönste Umgebung und den schönsten Strand der Insel. Die Einkaufsmöglichkeiten sind hier allerdings eher beschränkt. Wer sich selbst versorgen möchte, braucht ein Auto.
Ich weiß nicht, wie viele Jahre wir immer wieder hierher zurückgekehrt sind. Inklusive Übernachtungen im Hotel vor Ort (sehr schöne Anlage, sehr gutes Frühstück!). Eine kleine Attraktion ist der Holzbohlenweg, den ich sehr gern gegangen bin.
Hier einige Szenen aus all den Jahren, in denen ich auch auf den benachbarten Es Telégraf gewandert bin. Der höchste Punkt liegt 271 Meter über dem Meer. Zumindest bei mir hat sich (bepackt mit schwerer Kameratasche und großem Stativ) eine „gewisse“ Erschöpfung eingestellt.
Baden (mit weit herausschwimmen) sollte man an der Cala Mesquida besser lassen. Es scheint ablandige Strömungen zu geben. Ein Freund von mir wäre hier beinahe ertrunken.






















Cap Formentor
Das Cap Formentor lässt sich seit vielen Jahren nicht mehr mit dem Auto besuchen. Man kann den Bus nehmen, ein Rad oder den Weg zu Fuß gehen. Vom letztmöglichen Parkplatz bis zum Leuchtturm wären das knapp über 10 Kilometer. In eine Richtung. Wenn man auf der Straße geht.
Meine hier gezeigten Bilder sind teilweise viele Jahre alt. Alle stammen aus 2017.





Cala Mondrago
Für uns war das in den ersten Mallorca-Jahren eine Art Geheimtipp. Weil meinst nur wenige Besucher am Strand waren. Das hat sich über die Jahre geändert.







Cementerio de Palma de Mallorca
Denkt man an Mallorca, fallen einem nicht unbedingt zuerst die Friedhöfe ein. Die Insel bietet ungezählte Attraktionen, die den meisten Urlaubern mehr Vergnügen bereiten, als die Besichtigung von Grabstätten. Weil es da schöne Landschaften gibt. Altstädte. Strände. Berge …
Nach so vielen Jahren auf Mallorca habe ich tatsächlich nicht zuerst an all diese schönen Orte gedacht. Das lag aber auch daran, dass die Badesaison am 10. März 2022 noch nicht begonnen hatte. Ein Besuch des Cementerio de Palma de Mallorca war deshalb gar nicht so abseitig. Vor allem, wenn man sich eh’ gern Friedhöfe anschaut und sie bei jeder Gelegenheit fotografiert.
Nordeuropäern bietet sich wegen der Kombination von Gräbern und Palmen ein ungewohnter Anblick. Die hier gezeigten Bilder sind am 10. März 2022 entstanden.





















Colonia Sant Jordi
Von der Promenade in Colonia Sant Jordi habe ich viele Jahre in ungezählten Stimmungen auf das Meer geblickt. Vom frühen Morgen, bis in den späten Abend. Zeitlose Momente. Im Rückblick sind sie dann doch vergangen. In einer Mikrosekunde. Unfassbar.
Nun sind wir wieder hier. Ich bin überwältigt von Gefühlen und Erinnerungen an zahllose schöne Momente in diesem Ort. Wunderbare Jahre. Für mich war Colonia Sant Jordi immer auch Heimat. Unwiederbringlich vergangen. Umgeblättert in einem Buch, das nur eine Richtung kennt. Vorwärts. Niemals Rückwärts.
Der letzte Tag dieser Reise zeigt sich von seiner besten Seite. Sturm, Wolken, Sonnenschein und eine Brandung, die an vielen Stränden für rote Fahnen sorgt. Ich mag das. Je Abenteuer, desto besser.
Zeitlich reicht es nur noch zum Fotografieren. Kein letztes Bad im Meer. Das letzte Bad im Meer war gestern. So wie dieser Urlaub. Die Bilder der folgenden Galerie zeigen Szenen der Zeit in Colonia Sant Jordi.




























Deiá
Hier geht es um eine Wanderung vom Hotel Agroturismo Muleta de Ca S’Hereu nach Deiá. Meine Galerie zeigt Bilder in Gangreihenfolge. Während dieser Wanderung sind rund 3 Stunden vergangen. In eine Richtung. Laut iPhone haben wir dabei einen Höhenunterschied von etwa 50 Stockwerken überwunden.
Die Strecke war keine fröhliche Landpartie, sondern eine Wanderung, die man sich nicht für den Hochsommer aufsparen sollte. Zumeist geht es über uralte, sehr unebene und steinige Pfade. Kurz vor Schluss haben wir noch einen kleinen Umweg genommen – um auch die Bucht von Deiá zu sehen.
Am Ziel habe wir unsere Füße deutlich gespürt. Deshalb sind wir für den Rückweg in einen Bus gestiegen. Das war (für mich) ein besonderes Erlebnis …
Das Gefährt war ein normalgroßer Reisebus, der überaus sportlich über die Serpentinen bewegt wurde. Je nach Kurve und Geschwindigkeit, neigte sich die Karosse merklich zur Seite. Im ersten Anfall von Panik habe ich mich mit beiden Händen am Sitz vor mir festgekrallt. In der Hoffnung auf eine nahegelegene Haltestelle, an der ich das Transportgefährt fluchtartig zügig verlassen wollte.
In einer Hinsicht hatte ich Glück: Wegen der kurvigen Strecke konnte der Fahrer keine längere Beschleunigungsphase einlegen.
Die Serpentinen waren zumeist dermaßen eng, dass man nicht voraussehen konnte, ob sich hinter der nächsten Ecke nicht doch so etwas wie Gegenverkehr einstellen könnte. Wegen der Bus-Größe und der Enge der Kurven, musste der Fahrer zumeist weiträumig ausholen. Vom Gefühl waren wir mehrfach nah daran, über die Klippe zu gehen, um anschließend in einer tiefen Schlucht aufzuprallen. Aber nein. Außer meinem erheblich beschleunigtem Herzschlag und einem stark erhöhten Adrenalin-Spiegel ist nichts passiert.


























Mirador del Mal Pas
… ist für mich der schönste Aussichtspunkt Mallorcas. Menschen mit Höhenangst werden sich hier nicht wohl fühlen. Alle anderen aber sehr. Der Ausblick ist nicht nur beeindruckend – er ist das womöglich beste Beispiel für die Vielfalt der Insel.
Ich weiß nicht mehr, wie viele Jahre und wie oft ich vom Mirador del Mal Pas fotografiert habe. Oft früh morgens allein, da ich keine Menschen auf meinen Bildern haben möchte.






















Palma
Wenn es nach Mallorca geht, belegt Palma in Sachen Anziehungskraft bei mir einen der letzten Plätze. Die Insel ist viel zu schön, um sich mehr als einmal mit der Hauptstadt zu beschäftigen. Wenn man in Palma aber in den vielen engen Gassen umherwandert, offenbart sich zumindest im alten Teil schnell deren Reiz.
An diesem Tag hatte es während der Fahrt von Port de Sóller nach Palma derart heftig geregnet, dass wir nah’ daran waren, einfach wieder umzukehren. Haben wir zum Glück nicht gemacht. Die besagten Gassen präsentierten sich nun als nass glänzende Gehwege und Fassaden. Das hat diesen Motiven einen ganz eigenen Look verliehen.
Die dünne Wolkendecke zeigte einen nahezu durchgängig strahlend weißen Himmel. Mithin eine Lichtsituation, die ich nicht leiden kann. Diese war eine der wenigen fotografischen Ausnahmen. Monat und Wetter haben zudem dafür gesorgt, dass man nur selten Bildstörungen Passanten im Bild hatte.












Santuari de Sant Salvador
4 Uhr 30. Check-in am Hamburger Flughafen. Am Band für den Handgepäck-Scan. Ich starte den (gefühlt) 723. Versuch, mein iPad und mein iPhone so in der Plastikkiste anzuordnen, dass der Flughafenmitarbeiter meine Geräte nicht anfummelt. Vergeblich. Er schiebt sie von hier nach da. Von links nach rechts. Von der einen in die andere Ecke. Irgendwann entscheidet er sich. Er schubst sie zusammen. Argh!
Was muss ich tun oder bezahlen, damit das aufhört? Leute, das geht mir auf den Sender! Lasst eure Griffel von meinem Geraffel!
Es hat mich ein lockeres Stündchen gekostet, meinen Ärger über diese (wiederholte) Episode zu vergessen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir längst in der Luft.
Während eines Mallorca-Flugs hat man nicht viel auszustehen. Starten und landen sind gefühlt nur wenige Augenblicke voneinander entfernt. So war es auch an diesem Tag. Und auf der Insel ging es noch mal schneller. Landung. Leihwagen. Losfahren.
Es ist der 23. September 2017. Diese Nacht verbringen wir im ehemaligen Kloster Santuari de Sant Salvador. Das liegt in einer Höhe von 510 Metern. In den zurückliegenden Jahren waren wir oft hier oben. Ein bis zwei Stunden. Es wurde Zeit für eine Übernachtung. Das Zimmer? Eine perfekt renovierte Klosterzelle.
Erwartet habe ich ein leeres Haus. Wer (außer uns) würde so verrückt sein und auf Mallorca – in der Badesaison – in solcher Höhe in einem ehemaligen Kloster übernachten, das locker eine Autostunde vom Meer entfernt liegt? Es stellte sich heraus, dass das ziemlich viele waren. Das Hotel war nahezu ausgebucht.
Die Rezensionen über das Haus sind voll bizarrer Kritik. Bemängelt wurde zum Beispiel die lange Auffahrt und die kurvige Strecke. Mehrere Gäste vermissten ein TV-Gerät (was waren das für Vögel?), anderen waren die Zimmer zu schlicht und dann gab es welche, denen es zu still war. Holadiho! Das waren echt die Krassesten. Buchen sich in ein einsames Kloster auf einem hohen Berg ein und vermissen Ballermann.
Als ich las, dass es „zu still“ ist, habe ich mich gefreut. Hier bestand endlich mal die Chance auf richtige Ruhe! Ein Traum, der nicht in Erfüllung ging. Auch hier waren wieder Reisende unterwegs, die sich zu nachtschlafender Zeit gleichgültig und laut krähend durch die Gänge vor den Zimmern bewegten. Die nervige Sorte Mensch. Allein auf der Welt und so.
Meine kleine Galerie zeigt Aufnahmen aus diversen Jahren und Jahreszeiten.














Serra de Tramuntana / Sa Calobra
Die Serra de Tramuntana ist in gleich doppelter Hinsicht spektakulär. Wegen der Berge und wegen der legendären Sa Calobra. Diese Straße führt in ungezählten Serpentinen durch die Landschaft. Wann immer ich diese Route fuhr, hat sie mich sehr an den Trollstiegen in Norwegen erinnert. Deutlich „abgefahrener“ wird es vermutlich nur noch in der Masca-Schlucht auf Teneriffa. Leider konnte ich dort nirgendwo parken und fotografieren.
Die Sa Calobra lässt sich sehr gut fahren. Ab und an gibt es sogar Haltepunkte. Manche als reguläre Parkplätzen. Andere in Form von kleinen und größeren Ausweichbuchten.
Im Sommer trifft man hier auf unzählige Busse. In der Vorsaison auf noch mehr Radfahrer. Die können wegen der kurvigen Strecke nur sehr schwer überholt werden.
Bevorzugt fahre ich hier außerhalb der Saison, weil es dann ausreichend Parkplätze gibt und ich noch einigermaßen langsam fahren kann.
Am Ende der Sa Calobra kann man auf den letzten Parkplatz vor dem Meer rollen und den Torrent de Pareis besuchen.
Auch diese Bildergalerie zeigt vereinzelt Szenen, die ich in unterschiedlichen Jahren / Jahreszeiten aufgenommen habe.













Torrent de Pareis
Ein Geheimtipp, der kein Geheimtipp mehr ist. Im Gegenteil. Dieser Ort zieht die Massen an. Hier legen Boote an und ab. Busse treffen ein. Laden aus. Laden ein. Wanderungen durch das Flussbett können gebucht werden. Und hier werden Konzerte gegeben. Letztlich fehlt nur noch das mobile Riesenrad, die Würstchenbude. Wahrsager, Propheten und Trolle! Weil die (wie wir) im Süden Urlaub machen. Genau hier. An dieser Stelle.
Die Regel ist, je schöner der Ort, desto mehr Besucher. Verstehe ich. Ich bin einer von denen. Einer von Tausenden.
Ein früherer Chef von mir (ruhe in Frieden, lieber Magnus) erzählte mir Anfang der 80er, dass er vor sehr langer Zeit auf Mallorca war. Er wurde mit einem Huftier zur Unterkunft gebracht. Da bekommt das Wort Eselsbrücke eine ganz neue Bedeutung. Mutmaßlich die Ursprüngliche.
Wie auch immer: Ich vermute stark, dass Torrent de Pareis für ihn aus zeitlichen Gründen unerreichbar war. Falls das in Palma überhaupt irgendwer kannte.
Wer diesen Ort für sich allein möchte, sollte früh auf den Beinen sein. In den kalten Monaten. Keine Badesaison. Je Badesaison, desto schlechter die Chancen.























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