Leipzig

Am 31. August 2018 zog ich von Hamburg nach Leipzig. Um Stadt und Menschen kennenzulernen, bin ich mit der Kamera losgezogen und habe fotografiert. Was ich dabei sah und erlebte, zeige und erzähle ich in diesem Beitrag.

Aktualisiert (neue Bilder) am 4. Oktober 2026

Stadtbezirke

Da ich eine möglichst einfache Sortierung umsetzen wollte, referenziert hier alles auf Leipziger Stadtbezirke. Die darin enthalten 63 Ortsteile kommen namentlich nicht vor.

Was ich hier zeige, gibt es teilweise auch in gedruckter Form unter LEIPZIG AUSSERGEWÖHNLICH.

Der Vorteil dieser Webseite liegt darin, dass ich jederzeit alles aktualisieren kann. Sie werden in diesem Beitrag also ab und an ganz neue Inhalte finden. Dazu wird es immer einen separaten Update-Hinweis geben.

Einige Orte erstrecken sich über mehrere Stadtbezirke. Die habe ich unter „ortsübergreifend“ einsortiert. Das betrifft z. B. den Clara-Zetkin-Park.

Alte Börse

Das älteste Barockbauwerk der Stadt Leipzig ist die alte Börse am Naschmark. Sie möchten das Gebäude fotografieren, die Stühle des Cafés davor sollen aber nicht auf Ihrem Bild zu sehen sein? Dann brauchen Sie ein „breites Glas“ Mein Bild ist mit einem 20mm-Objektiv entstanden. Das hat knapp gereicht.

Alte Messe

Für mich ist dieser Teil der Stadt Leipzig fotografisch spannend. Wegen der riesigen Hallen, der Architektur und der Farben.

City-Tower

Wer den City-Tower aus der Nahdistanz überblicken möchte, muss den Kopf weit in den Nacken legen, denn dies ist das höchste Bauwerk der Stadt. Ob es den Status Wolkenkratzer für sich beanspruchen kann, ist nicht ganz klar, denn ohne die Dachantenne bleibt er unter der „magischen“ 150-Meter-Grenze. Mit Dachantenne misst der City-Tower 155 Meter.

Der City-Tower gehört in die Architektur-Kategorie Ostmoderne.

Ich habe diesen „Turm“ bereits mehrfach aufgenommen. Hier einige Bilder dazu.

Deutsche Nationalbibliothek

In der Deutschen Nationalbibliothek werden alle Werke aus den Kategorien Bild, Text und Ton erfasst und katalogisiert. Etwas in der Art hatte auch ich im Sinn, als ich die besagte Nationalbibliothek am 25. April 2022 mit 3 Kameras besuchte …

Ich wollte ausführlich erfassen, welche Motive sich anboten. Anschließend sollten sie in meiner Bildverwaltung (Lightroom) Katalogisiert, verschlagwortet und so gut wie möglich optimiert werden.

Die Deutsche Nationalbibliothek sichert rund 50 Millionen Medienwerke und über 133 Terabyte digitaler Daten.

Wer sich einige der hier gelagerten Inhalte anschauen (oder anhören) möchte, kann dafür die entsprechend ausgestatteten Säle nutzen.

Außenansichten

Lesesäle

Weitere Bereiche innen

Dittrichring

Motive, die mir in dieser Gegend gefallen haben.

Friedenspark

Diesen Park (und ehemaligen Friedhof) hat mir meine Frau im zweiten Jahr meines Umzugs von Hamburg nach Leipzig gezeigt. Ich war nur zu sehr damit beschäftigt, in der für mich neuen Stadt anzukommen und habe den Besuch schnell vergessen.

Es dauerte bis August 2026, bis ich diesen Park wieder besuchte. Zufällig. Ich kam aus Richtung Deutsche Nationalbibliothek und war auf dem Weg zur Liebigstraße. Auf dem Weg dorthin kam ich durch den Friedenspark. Da haben es mir vor allem die langen Alleen angetan. An solchen Motiven kann ich nie ohne ein Bild vorbeigehen. Mir hat aber auch der Rodelberg gefallen.

Im Herbst werde ich vermutlich häufiger vorbeischauen. Gelbe Blätter und so.

Gewandhaus

Bis zum 22. Oktober 2020 kannte ich das Gewandhaus nur von außen. Das änderte sich einen Tag später. Zu Beginn nahm ich auf, was nahe war: möglichst viel vom Saal. Zuerst zwei Perspektiven. Die Bühne mit der Orgel. Aus mittlerer – und dann aus einer höheren Ebene. Es folgten die Sitzreihen für das Publikum.

Dann beschäftigte ich mich mit der Orgel. Erst von außen. Dann von innen. Ein beeindruckend-gigantisches Instrument. Es ging über enge Treppen in höhere Etagen. Hier fotografierte ich sitzend, kniend und stehend. Der Anblick war ähnlich, wie im Orgel-Pendant der Sankt Michaelis Kirche in Hamburg.

Es folgten noch zwei weitere Besuche im Gewandhaus. Um wirklich alle Facetten des Saals einzufangen. Bei diesen Gelegenheiten sind auch Szenen mit Instrumenten auf der Bühne entstanden.

Im Saal hatte ich immer nach möglichst besondere Blickwinkeln gesucht. Symmetrie und Asymmetrie. Winkel. Zackige Formen. Stufen und immer wieder Orgelpfeifen.

Heizkraftwerk Leipzig-Nord

Für mich sind Industriebetriebe vor allem eins: großartige Fotomotive. Ganz gleich, ob es dabei um Seehafen-, oder Container-Terminals, Kraftwerke, Müllverbrennungsanlagen, oder Stahlwerke geht. In Hamburg durfte ich reichlich davon fotografieren. In Leipzig bin ich leider „etwas“ zu spät eingetroffen, denn die Zeit der großen Industriebetriebe ist hier längst vorbei.

Krochhochhaus

Dieses Gebäude ist mit einer Höhe von 43,2 Metern, das erste Hochhaus der Stadt Leipzig.

Leipzig Hauptbahnhof

Hier komme ich oft vorbei. Teilweise mehrmals die Woche. Auf dem Weg ins Büro. Zu einem unserer Poolfahrzeuge. Wieder nach Hause.

Architektonisch ist der Leipziger Hauptbahnhof überaus beeindruckend. Das gilt noch mal mehr für die Besucherzahlen der Promenaden. In 2024 sollen das mehr als 30 Millionen Menschen gewesen sein. Genug Platz ist auf jeden Fall vorhanden, denn hinsichtlich der überdachten Fläche ist dies der größte Bahnhof Europas.

Am Gleis 24 (Museumsgleis) stehen 5 teils sehr alte Züge / Loks. Mir gefällt vor allem die grüne E 04 01 aus 1932. Die hat eine „urwüchsige“, kraftvolle Anmutung. Ich nutze diese Lok häufig als Hintergrund für Porträtaufnahmen.

Marktplatz

Es hat etwas gedauert, diesen Ort menschenleer aufzunehmen. Das gelang mir jeweils im November 2021, April 2022, Dezember 2022, Juni 2023 und im Februar 2025. In der Reihenfolge sehen Sie die Bilder.

Mendebrunnen

Mercurius, Gott des Handels

An der Ecke Brühl / Katharinenstraße gibt es eine besonders schöne Statue, die ich immer mal wieder fotografiert, daheim aber wieder gelöscht habe. Dieses Bild blieb übrig.

Museum der bildenden Künste

Es mag seltsam klingen, aber ich habe das Museum der bildenden Künste vorrangig wegen der eindrucksvollen Architektur fotografiert. Die Größe einiger Räumlichkeiten ist monumental. Dazu gibt es schlichte Betonwände und graue Böden. Ein solcherart reduzierter Anblick fasziniert. Das Motiv ist der schlichte Moment. Und die Größe. 

Natürlich werden hier auch Kunstwerke ausgestellt. Dafür wurde dieses Gebäude erbaut. Ich habe nicht alles gesehen, aber vieles hat mir sehr gut gefallen. Die alten Sachen. Und die neueren Werke. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Neues Rathaus

Nikolaikirchhof

Eine zufällige Begegnung. Ich hatte einen beruflichen Termin, der mich zu Beginn vom City-Tunnel in Richtung GRASSI Museum führte. Dabei kam ich an der Nikolaischule vorbei. Das Gebäude hat mir so gut gefallen, dass ich es kurzerhand fotografiert habe.

Nürnberger Straße

Hier kam ich zufällig vorbei. Ich hatte einen Termin nahe der Uni-Klinik, war aber zu früh vor Ort. Ich bin dann mit meiner Fujifilm X100VI auf Motivsuche gegangen. Eins habe ich gefunden …

Oper

Die Oper ist ein imposantes Bauwerk, das auch äußerlich viele Details zeigt. Es gehört in die Architektur-Kategorie Neoklassizismus.

Petersstraße

Die hier gezeigten Bilder sind im Dezember 2022 entstanden. Es war ein recht ungemütlicher Tag.

Plauensche Straße

Für mich ein Durchgang vom Brühl zum Tröndlinring.

Ring Café

Dieses Gebäude am Roßplatz gehört zur Architektur-Kategorie sozialistischer Klassizismus. Ab von solchen Zuweisungen ist dieses Bauwerk sehr beeindruckend. Ich fotografiere es bei jeder Gelegenheit.

Straße des 18. Oktober

Hier habe ich einige morgendliche Szenen eingefangen. Die zeigen nur einen kleinen Ausschnitt dieser Straße.

Werner-Seelenbinder-Turm

Dieses Denkmal steht an der Leipziger Festwiese und erreicht eine Höhe von 43 Metern.

Wintergartenhochhaus

Dieses Hochhaus liegt steht am Georgiring und steht unter Denkmalschutz.

An diesem Tag wollte ich nächtliche Szenen einfangen. Im Dezember muss ich dafür nicht lange aufbleiben. Früh aufstehen geht auch. Das passt mir auch deutlich besser, weil ich dann keine Menschen im Bild habe.

Das Wintergarten-Hochhaus gehört in die Architektur-Kategorie Ostmoderne.

Parkbogen Ost

Ende 2018 wusste ich bereits, dass ich von Hamburg nach Leipzig ziehen würde. Klar war außerdem, dass ich meine neue Heimatstadt fotografisch erkunden würde. 

Um herauszufinden, welche Sehenswürdigkeiten es überhaupt gibt, habe ich mir Leipzig immer mal wieder auf Online-Karten angesehen. In der 3D-Satelliten-Ansicht wurde ich irgendwann auf eine Bahnstrecke aufmerksam, die – mangels Schienen – keine Bahnstrecke mehr war. Ich sah außerdem, dass es über mehrere Brücken ging. Da wollte ich definitiv fotografieren!

Nach dem Umzug habe ich mit den 3 zuständigen Behörden gesprochen und um eine Genehmigung gebeten. 

Meine erste Mail schrieb ich am 11. August 2019. Dann ging alles recht schnell.  Am 14. September 2019 wanderte ich im Rahmen einer offiziellen Führung mit einer kleinen Gruppe einen Teil des Parkbogens ab. Spätestens da wurde klar, dass bis zur Fertigstellung Jahre vergehen würden. All der Schotter. All das Gestrüpp. Die Bahnschwellen aus Holz und Beton – das muss erstmal abtransportiert werden. Vermutlich ist das der Hauptteil der Arbeit.

Am 17. September 2019 lagen alle Genehmigungen vor und ich durfte das Gelände betreten. 

Der Wetterbericht versprach gute Bedingungen. Am 18. September bin ich gegen 4:30 Uhr aufgestanden, habe in Ruhe einen Kaffee getrunken und mich auf den Weg gemacht.

Ich bin sehr gespannt, wie der Parkbogen Ost in der fertigen Version aussehen wird. Es ist definitiv ein sehr cooles Projekt, das diese Stadt merklich aufwerten wird.

Am 22. August 2026 war ich wieder auf dem Gelände. Optisch hat sich hier nur wenig getan.

JVA Leipzig

Nach meinem Umzug von Hamburg nach Leipzig – und meinen Plänen für ein Buchprojekt über meine neue Heimat war klar, dass ich wieder eine Justizvollzugsanstalt dabei haben wollte. Am 26. Oktober 2018 habe ich die ersten Knast-Motive aufgenommen. Am 15. Februar 2019 besuchte ich die JVA Leipzig abermals. Es ging um weitere Außenaufnahmen. Das Timing war perfekt, denn das Licht hätte kaum besser sein können.

Mein erstes Bild nahm ich um 7:05 Uhr auf. Für das letzte Foto drückte ich um 7:45 Uhr den Auslöser.

Die Atmosphäre in der JVA Leipzig hat sich in meinem Erleben nicht von den Gefängnissen in Hamburg unterschieden. Wobei das Thema Untersuchungshaft jeder JVA eine zusätzliche Note verleiht. Untersuchungshaft ist erheblich unangenehmer – weil Verdunklungsgefahr besteht und die Besuchsmöglichkeiten damit deutlich eingeschränkt werden.

In der JVA-Leipzig gibt es beides. Untersuchungshaft und Haft für schon verurteilte Gefangene.

Der Innenbereich

Der Außenbereich

Die Bücherei

Wäsche waschen

Sport, Duschen, Umkleide

Das alte Krankenhaus (nicht mehr in Betrieb)

Südfriedhof

Nichts ist so endgültig, wie der Tod. Hier gibt es kein Betteln, keine Diskussion, keine letzte Frist. Die war schon. Zu Lebzeiten.

Es heißt, dass Menschen dann besonders gut leben, wenn sie so handeln, als wäre alles ihre letzte Tat. Die würde man immer zur Perfektion treiben.

Ich denke darüber nach. Wie würde ich fotografieren, wenn ich wüsste, dass es mein letztes Foto wäre? Anders als jetzt? Wäre es mein bestes Bild? Wohl kaum. Dafür müsste ich vor einem besonderen Motiv stehen – z. B. vor meinem Tod – wie immer er sich mir gegenüber manifestiert. Vielleicht ja als Auto, das ungebremst auf mich zufährt. Ob ich da rechtzeitig auf den Auslöser drücke? Die Gelegenheit hatte ich mal. Ich kam von der Elbe. Meinem Lieblingsplatz. Das Rissener Ufer. Hamburg ist nirgendwo schöner. Ich war auf dem Weg nach Hause.

Eine Fahrerin hatte in einer Kurve die Kontrolle über ihren Wagen verloren. Plötzlich fuhr sie mit hoher Geschwindigkeit auf dem Gehweg auf mich zu. Sie schaffte es aber noch rechtzeitig, ihr Auto auf die Straße zurückzulenken. 

Das ging so schnell, dass ich nicht mal stehengeblieben bin. So, wie sie nicht gebremst hat. Da auf den Auslöser drücken? In so einem Augenblick? Unwahrscheinlich.

Meine hier gezeigten Bilder vom Südfriedhof Leipzig sind nicht in einer „dies-ist-mein-letztes-Foto-Stimmung“ entstanden – aber mit Hingabe und Freude über die vielen schönen Motive.

Völkerschlachtdenkmal

An diesem Denkmal gibt es kein Vorbeikommen. Es ist selbst aus großem Abstand derart monumental, dass es jeden Blick auf sich zieht. Hier wurde nicht gekleckert. Hier wurde aufgefahren. Und zwar Granitporphyr aus Beucha. Auf mich wirkt das Völkerschlachtdenkmal wie für die Ewigkeit gebaut. Unzerstörbar in Zeit und Raum.

agra-PARK

Dieser Park ist geteilt. Die Grenze wird durch die marode B2-Brücke gezogen. Der Bereich mit dem weißen Haus gehört zu Markkleeberg. Die Seite mit dem Parkschloss wird von Leipzig verwaltet. Beide Seiten bieten schöne, fotografische Blickwinkel.

Fockeberg

Der Blick geht in Richtung Völkerschlachtdenkmal.

Freifläche am Kohlrabizirkus

Am 14. August 2026 kam ich mit dem Rad zufällig an dieser Veranstaltungsfläche vorbei. Wegen der besonders schönen Lichtverhältnisse habe ich einige Blickwinkel eingefangen. Das ging von 6:20 bis 6:39 Uhr. Aus 2022 habe ich auch noch ein Zirkusbild hinzugefügt.

Mühlpleiße

Wer aus dem Markkleeberger agra-PARK in den Leipziger Teil wechselt, kann von dort an die Mühlpleiße gelangen. Dort habe ich am 23. April 2026 fotografiert. Bei schönen Lichtbedingungen. Das erste Bild habe ich um 7:54 Uhr eingefangen. 

Für mich ist dieser kleine Bereich eine Art „Zauberwald“. Weil er so versteckt liegt und man in der Regel alles für sich allein hat. Es gibt lediglich 2 komfortable und einen recht gebückt zu begehenden Zugang.

Bürgerbahnhof Plagwitz

Neben der Naumburger Straße liegt ein altes Bahngelände, das bis zum „Urbanen-Wald“ reicht. Ein Teil davon hört auf den Namen Bürgerbahnhof. Für Bilder zu dieser Serie bin ich der Naumburger Straße gefolgt. Die macht am Ende einen scharfen Linksknick. Von dort geht es über eine Pflasterstein-Straße in Richtung „Urbaner Wald“ weiter. Der wirkt (im Mai 2019) eher wie ein verwildertes Gelände, denn wie ein Waldstück.

Auf dem Weg zum urbanen Wald passiert man Bahngebäude, Lagerschuppen und einen Bauspielplatz. Motive findet man hier überall.

Cospudener See Nordstrand

Wo Anfang der 80er Jahre noch ein über 100 Hektar großer Auenwald stand, wurde wenig später Braunkohle gefördert. Das ging bis zum Beginn der 90er Jahre. Übrig blieb eine unansehnliche Grube. Wie verschönert man einen solchen Ort mit möglichst wenig Geld? Mit so viel Wasser, dass ein See draus wird.

Das Vorhaben wurde ein voller Erfolg. Etwa 500.000 Menschen besuchen den Cossi seither jährlich. Zum Baden, wandern und skaten. Nebenbei kann man hier auch noch wunderbar mit dem Rad fahren und fotografieren.

Dieser Teil des Sees gehört nicht zu Markkleeberg, sondern zu Leipzig.

Konsumzentrale

Was mich an der Konsumzentrale fasziniert? Das Rot der schmiedeeisernen Geländer. Die blaugrünen Kacheln an den Wänden. Die Farbe der Stufen. Der Kontrast, der sich daraus ergibt.

Weil ich eher Detailansichten einfangen wollte, war ich an unterschiedlichen Tagen im Gebäude. Das ist auch der Grund dafür, dass in den Bildern der folgenden Galerie ab und an die Lichtverhältnisse wechseln.

Plagwitz

Im 19. Jahrhundert war Plagwitz vor allem ein Industriestandort. Geschichte. Viele der alten Betriebe wurden längst in Wohnraum umgewandelt. Ein Beispiel dafür ist die Kammgarn-Spinnerei zwischen der Weißen Elster und der Nonnenstraße. Zumindest äußerlich macht dieses Bauwerk ordentlich was her.

In Plagwitz gefallen mir außerdem die vielen Motive im kleinen Bereich. Dinge, an denen man gewöhnlich vorbeigeht. Abgebrochene Mauern und so. Alles, was kaum mehr erkennbar ist, aber jedem der sieht, von alten Zeiten mit Industrie erzählt. Fotografisch ist Plagwitz der für mich spannendste Stadtteil in Leipzig.

Volkspark Kleinzschocher

Das war der erste Park, den ich nach meinem Umzug von Hamburg nach Leipzig kennengelernt habe. Sogar im dafür optimalen Monat November. Ich sah schöne Bäume und schöne Farben.

Leipziger Kleinmesse

Kleinmesse? Als Hamburger fragt man sich sofort, welche Produkte auf so einer kleinen Messe wohl vorgestellt werden. EDV? Autos? Camping? Vor dem inneren Auge sah ich Menschen in Anzügen – beim fleißigen Visitenkarten-Tausch …

Nicht ganz. Kleinmesse steht in Leipzig für das, was in Hamburg Dom genannt wird (hier aber für Kirche steht). So ähnlich wie der Leipziger Pfannkuchen, der in Hamburg Berliner heißt. Weil er eben nicht in der Pfanne gebacken wird. Der Hamburger Pfannkuchen kommt aus der Pfanne, wird in Leipzig aber mit Eierkuchen angesprochen. Sind Sie noch da?

Auf der morgendlichen Kleinmesse war ich allein. Alles sauber. Keine Schlangen. Völlige Stille. So mag ich den Dom die Kleinmesse! An diesem Morgen hat mir nur die Orgelmusik der Karusselle gefehlt. Jahrmarkt-Stimmung und so. Zuckerwatte, Liebesapfel, gebrannte Mandeln …

An diesem Morgen war von all dem nichts zu sehen. Die Sonne ging ja gerade erst auf. Da ich Kleinmessen gewöhnlich mit Abendstunden verbinde, ergab die vorgefundene Kirmes-Landschaft eine für mich befremdliche Mischung aus Einsamkeit, Sauberkeit und Lautlosigkeit. Zum Fotografieren? Einfach perfekt!

Neulindenau

… hat viele schöne Blickwinkel zu bieten. Fotoenthusiasten sollten hier auf jeden Fall zu Bildern kommen. Da sind z. B. der Karl-Heine-Kanal, alte Häuserfronten, Brücken und Grünflächen.

Zwischen dem Parkfriedhof in Plagwitz und den Schrebergärten liegt das Gelände der alten Spinnerei. Auch hier lassen sich reichlich Motive finden.

Während einer spontanen Besichtigung habe ich mir sagen lassen, dass es in einzelnen Bereichen der Gebäude immer noch nach „DDR“ riechen würde. Da ich aus Hamburg komme, kann ich an dieser Stelle nicht mitreden. Mangels entsprechender Historie kam bei mir auch keine Ostalgie auf. 

Wer aber noch mal alte Zeiten schnuppern möchte, wird hier offenbar fündig. Trotzdem nicht die Kamera vergessen!

Palmengarten

Dieser Park war einer der ersten, den ich nach meinem Umzug von Hamburg nach Leipzig fotografiert habe. Der April scheint mir der beste Monat zu sein. Allenthalben präsentieren Bäume und Sträucher ein zart leuchtendes Grün. Zusammen mit den ersten Blüten ergibt sich ein wunderschönes Gesamtbild.

Innerhalb dieser Zeit war ich immer wieder im Palmengarten. Nicht ganz so früh wie sonst, da ich Sonnenlicht auf meinen Bildern haben wollte. Der ideale Zeitpunkt ist für mich morgens zwischen 6:00 Uhr und 11:00 Uhr. Davor liegt der Park zu sehr im Schatten und danach wird das Licht zu hart. Der Nachmittag bietet ebenfalls schöne Bedingungen. Allerdings sind dann so viele Bildstörungen Menschen zugegen, dass es mit dem Fotografieren schwierig wird.

Bei Winterbildern kann man den ganzen Tag Glück haben. Meine Motive habe ich vergleichsweise spät eingefangen. Es war der 21. Januar 2019. Das Zeitfenster lag zwischen 12:30 Uhr und 14:00 Uhr.

Richard-Wagner-Hain

Ein vergleichsweise unscheinbarer, beinahe versteckt liegender Park am Elsterbecken (beide Seiten).

Spinnerei Leipzig Lindenau

Alte Häuser haben was. Ausstrahlung. Ästhetik. Geschichte. Ein Teil der alten Industrie-Bauwerke in Leipzig ist längst verfallen. Andere Gebäude wurden restauriert und dienen nun als Wohnraum.

In der Spinnerei wurde offenbar vorwiegend an kreative Menschen vermietet. Beispiele dafür sind Tanz. Text. Theater. Oder Forschung. Fotografie. Freizeit. 

Als ich das Gelände der Spinnerei erstmals erkundete, war ich – wie oft bei solchen Gelegenheiten – traurig, dass ich dieses Unternehmen nicht während seiner aktiven Zeit fotografieren konnte. Mittels einer Zeitmaschine. In meiner Vorstellung sah ich Güterwaggons auf dem Gelände ein- und ausrollen. Dazu Rauch und Schmutz. An jeder Ecke. Bei jedem Schritt. Ich würde „unsichtbar“ in einer Nische stehen und auf den Auslöser drücken. Momente einfangen …

Heute ist die Stimmung völlig anders. Vermutlich ruhiger. In einigen Räumen wird womöglich noch immer gesponnen. Nicht mit Baumwollgarnen. In kreativer Hinsicht. Die Wände zeigen längst nicht mehr das schmutzige Grau alter Zeiten. Manche Fassaden sind sogar bunt. Graffiti-Gezeichnet. Von anderen kreativen Geistern. 

Auch mich faszinieren Farben. Aber mehr die, die vom Licht erzeugt werden. Das Rot der Backsteine während der untergehenden Sonne? Zum Niederknien. Dafür kam ich immer wieder hierher. Weil das Zeitfenster zu klein ist, um alle Wände und Momente während eines Besuchs einzufangen. Ich mag auch das Blau, das zumindest eine Fassade der Spinnerei ziert. Blau und Rot zusammen? Funktioniert immer.

Was die Lage und die daraus resultierenden Lichtverhältnisse angeht: Den größten Teil meiner Motive habe ich Anfang April aufgenommen. Die besten Farben sah ich ab 18:00 Uhr.

Alter Israelitischer Friedhof

Die hier gezeigten Aufnahmen habe ich am 7. Februar 2023 mit 3 Kameras aufgenommen. Über die Nacht hat Nebel viele Bäume mit einer leichten Eisschicht überzogen. Solche Bedingungen sind ideal für Bilder von Friedhöfen.

Die erste Beerdigung auf dem alten israelitischen Friedhof fand im März 1864 statt. Im Vergleich zum jüdischen Friedhof in Hamburg Ohlsdorf (11 Hektar) ist der hier gezeigte erheblich kleiner – aber mit einer Fläche von 2 Hektar dennoch der größte jüdische Friedhof im Bundesland Sachsen. Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz.

Clara-Zetkin-Park

Dieser Park war rund 2 Jahre das, was heute der agra-PARK in Markkleeberg für mich ist. Auslauf. Entspannung. Natur. Ich kam immer wieder hierher und habe fotografiert.

Heute, Jahre später, ist von den alten Bildern nicht mehr viel übrig. Weil nicht mehr alles gefällt. 9 Szenen aus dem Clara-Zetkin-Park haben es in die Galerie geschafft.

Elsterflutbett

Zum Fotografieren gibt es hier schöne Gelegenheiten. Das betrifft Lichtstimmungen, eine glatte Wasserfläche, Nebel.

Wem nach einer Ruderpartie ist, der könnte sich ein Boot ausleihen. Spaziergänge machen hier ebenfalls Spaß. Es ist nicht weit zum Auwald oder zum Clara-Zetkin-Park.

Leipziger Auwald

Vor sehr langer Zeit reichte der Auwald mindestens von Markkleeberg, bis zur Elster-Luppe-Aue. Vermutlich noch deutlich weiter.

Grenzen wurden dann nach und nach von Menschenhand gezogen – z. B. durch den Schleußiger Weg. Der teilt den Leipziger Auwald (neben dem Elsterflutbett) vierspurig. Oder durch Bereiche, die heute als Park genutzt werden. Namentlich der Clara-Zetkin-Park, der Palmengarten, der Klingerhain und der Richard-Wagner-Hain.

Weiße Elster

Hier geht es – logisch – ausschließlich um den Leipziger Teil der Weißen Elster – und da zum größten Teil um den Blick von der Karlbrücke. Da der Fluß die Grenze von Stadtteilen definiert, (Schleußig zu Plagwitz) zeige ich hier Bilder, in denen die Weiße Elster im Vordergrund steht. Unabhängig von Stadtteilen.

Abschließend

Leipziger wissen, dass sie in einer besonderen Stadt leben. Und mir war das eigentlich auch klar. So richtig ist mir das zuständige Licht aber erst Mitte August 2026 aufgegangen.

Kurz zuvor hatte ich beschlossen, bestimmte Kategorien meiner Fotografie nicht mehr separat zu zeigen, sondern in einem Stück. Markkleeberg war die erste Stadt. Aus den Bildern und Texten sollte eigentlich mein zweites gedrucktes Buch (nach LEIPZIG AUSSERGEWÖHNLICH) werden. Leider waren die Druckkosten zu hoch. Hamburg war die nächste Stadt, die ich komplett veröffentlicht habe. Weiter ging es mit Leipzig …

In Lightroom (meine Software zur Bildoptimierung und -verwaltung) lagen Inhalte aus Städten nicht in einem Ordner. Friedhöfe, Industriebetriebe und andere Dinge lagen in Ordnern der korrespondierenden Kategorien. Als ich dann alle Inhalte der Stadt Leipzig in einem Ordner (mit ungezählten Unterordnern) hatte, wurde mir erst so richtig bewusst, wie viele unterschiedliche Facetten Leipzig zu bieten hat.

Weitere Städte

Wird fortgeschrieben …

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