Kalimandscharo

Am 11. Juni 2026 stand ein besonderes Shooting an. Mit Verabredung. Um die einzuhalten, galt es 1:30 Uhr aufzustehen, 200 Kilometer zu fahren und pünktlich zur verabredeten Zeit einzutreffen.

Gewöhnlich stehe ich erst zwischen 4 und 5 Uhr morgens auf. An diesem Tag war die Herausforderung merklich höher. Ich gestehe, dass ich „leichte“ Probleme mit der Weckzeit hatte. Gefühlt war ich gerade erst eingeschlafen. Zum Glück hatte ich am Vorabend alles bereitgelegt. Somit standen nur noch 3 Dinge an (mehr hätte ich um diese Zeit auch nicht bewältigt): Anziehen. Autoschlüssel. Abfahren.

Mein Ansprechpartner und ich waren um 3:30 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Werksgelände verabredet. Es handelt sich um das größte und modernste Kalibergwerk Europas. Jährlich werden hier 12 Millionen Tonnen Rohsalz gefördert. In Tiefen Teufen von 400 bis 1.350 Metern.

Die Geschichte dieses Unternehmens reicht bis ins Jahr 1963 zurück. Zu der Zeit wurde beschlossen, auf der „Scholle von Calvörde“ ein Kaliwerk zu bauen. Die dauerhafte Förderung und Verarbeitung von Rohsalz läuft seit 1973. Produziert werden hier Kalidüngemittel, Kaliumchlorid für industrielle Anwendungen und Produkte in Lebensmittel- und Futtermittelqualität, die weltweit versandt werden. Zudem werden an diesem Standort auch Schmelzsalze für die Aluminiumindustrie hergestellt.

Heute arbeiten rund 2.100 Mitarbeiter im Unter- bzw. Übertagebereich. Etwa 120 Mitarbeiter sind Auszubildende. Der Salzabbau wird vermutlich noch lange weitergehen, denn die Lagerstätte erstreckt sich auf über 61 Quadratkilometer.

Woher kommt das viele Salz?

Vor rund 250 Millionen Jahren sah die Welt noch etwas anders aus. Das flache Zechsteinmeer bedeckte damals auch diese Region. Es geht um eine Fläche, die heute (in etwa) der von England bis zum Baltikum entspricht. Das Meer war doppelt so groß, wie die heutige Nordsee.

Damals herrschte ein so heißes Klima, dass das Wasser schneller verdunstete, als es nachfließen konnte. Übrig blieb das Salz. Die folgenden Zeitalter sorgten dann dafür, dass sich das Gesicht der Erde veränderte. Das Salz verschwand über die Jahrmillionen unter einer immer höheren Schicht aus Sand und Gestein.

Zum fotografischen Teil

Ich hatte meine Fujifilm X-E5 dabei. Und 3 Objektive. Mein Fujinon XF18mmF1.4 LM WR habe ich bevorzugt eingesetzt. Das Tamron 11-20mm 1:2,8 Di III-A RXD kam bei Perspektiven aus der Nahdistanz zum Einsatz. Bei denen ging es darum, trotzdem viel von der Szene einzufangen. Das Fujinon XF55-200mmF3.5-4.8 R LM OIS war bei großen Abständen gefragt.

Die erste Aufnahme entstand um 4:11 Uhr. Mein letztes Motiv konnte ich um 5:58 Uhr einfangen. Gegen 6:30 ging es dann heimwärts.

Kommentare

Ein Kommentar zu „Kalimandscharo“

  1. Lothar Dr. Suntheim

    Ich hatte beruflich natürlich auch mit dem Kalisalzbergbau zu tun. Auf Einladung von „Kali und Salz“ – Sitz damals in Kassel – wurde für uns eine Führung untertage organisiert. Es war ein überwältigender Eindruck: eine Stadt tief unter der Erde.

    In der DDR waren Kalidünger billig und preiswert – sie galten als „unendliche Vorkommen“ und waren auch ein gut gehender Exportartikel. Weniger bekannt ist, dass es „ganz da unten“ auch keine Westgrenze gab. Die Kaliflöze waren da nahezu grenzenlos.

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