Autismus und Fotografie

Mitte September 2026 habe ich einen Action-Film gesehen, der mich unerwartet getroffen berührt hat. Der Grund? Ich habe mich in Verhalten und Neigungen des Hauptdarstellers mehrfach wiedererkannt. Der Film hat mich derart beschäftigt, dass ich ihn innerhalb von 3 Tagen 5-mal gesehen habe.

Die Frage

Mir war schon als kleiner Junge klar, dass mein Verhalten von anderen Menschen oft als seltsam wahrgenommen wurde. Ich wusste nur nicht warum. Das habe ich erst rund 50 Jahre später erfahren. Ausschlaggebend war meine Frau, die (nicht nur) als Ärztin über eine sehr gute Beobachtungsgabe verfügt. Sie meinte einmal beiläufig, dass ich autistische Züge hätte. Tests haben das sofort bestätigt.

Im (fiktiven) Film gab es eine Szene, die Bilder berühmter Mathematiker zeigte. Einer dieser Mathematiker war auch Fotograf. Das wiederum hat mich auf die Idee gebracht eine KI zu fragen, ob es einen Zusammenhang mit der besagten Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und Fotografie gibt. Bei der Antwort bin ich fast umgefallen …

Meine Frage an die KI lautete: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Asperger-Syndrom und Fotografie?

Die Antwort (Zitat)

Ja, es gibt einen ausgeprägten, positiven Zusammenhang zwischen dem Asperger-Syndrom (bzw. Autismus-Spektrum) und der Fotografie. Das Medium zieht viele neurodivergente Menschen an, weil es eine strukturierte Interaktion mit der Umwelt ermöglicht, visuelle Stärken nutzt und eine nonverbale Ausdrucksform bietet.

Es folgten einige Kategorisierungen, die mich sehr an meine Art fotografisch zu schauen erinnert haben. Ich achte z. B. immer auf Details. Strukturen. Hell-Dunkel-Unterschiede (meine bevorzugte Art freizustellen) und Minimalismus (das Titelbild). Hinzu kommt, dass ich zumeist vorher weiß, nach welchen Motiven ich suche. Da geht es fast immer um Architektur, Bibliotheken, Gefängnisse, Gegenlicht und Industriebetriebe.

Schöne Landschaften nehme ich auch mit, aber das hat oft einen Hauch von Nebensächlichkeit (war nicht immer so).

Vor 2 – 3 Jahren (da wusste ich noch nichts von meinem Autismus) fiel mir auf, dass ich mich bei einem gemeinsamen Teamtag im Job sofort als Fotograf ins Spiel gebracht habe. Das war (und ist) grundsätzlich eh’ mein Job, nur nicht an solchen Tagen. Aber die Vorstellung mit den anderen Kollegen (die ich nahezu alle kenne und schätze) zusammenzusitzen und reden zu müssen – die hat mich angestrengt. So gesehen hat mich die Fotografie an diesem Tag beschützt.

Was bleibt?

Selbsterkenntnis. Manchmal mit kleinen Schritten und häppchenweise. Ab und auch auch mit Siebenmeilenstiefeln. So wie hier.

Das Thema ist mir wichtig. Wenn alles klappt, werde ich darauf zurückkommen.

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