Du wirst gleich sterben

Starr vor Schreck! Gerade fuhren sie noch lachend über die holprige Landstraße Richtung Lausanne, als plötzlich die Zeit gefror.

Der Schock über das unbegreifliche Phänomen war nicht mal ansatzweise abgeklungen, da sah sie ein schweres Motorrad vor sich in der Luft stehen. Etwa 70 Meter von ihnen entfernt. Sie verstand nichts und sah fragend zu ihrem Mann herüber, der ihren Blick traurig erwiderte. „Verzeih‘ mir, du wirst gleich sterben und ich kann dich nicht retten.“

Nickis Kehle war wie zugeschnürt. Ihre Gedanken rasten mit irrsinniger Geschwindigkeit durch – was? Sie hatte so viele Fragen und es schien, als ob sie keine davon je in Worte fassen würde.

Ihr Mann sprach weiter: „Ich habe dich immer geliebt – danke für die schöne Zeit mit dir. Ich muss jetzt loslassen …“

Beinahe hätte sie vor Angst geschrien, doch bevor auch nur ein Laut über ihre Lippen kam, wurde sie abgelenkt. Der Lauf der Zeit kehrte zurück. Die Umgebung begann erst langsam, dann aber immer schneller am Auto vorbei zu huschen. Zugleich nahm sie ein Geräusch wahr, das wie ein entferntes Rumoren aus der Tiefe aufstieg, aber immer lauter, immer schneller und immer höher wurde. 

Als sie erkannte, dass es die aufheulende Maschine des Motorrads vor ihnen war, schlug es auch schon in die Frontscheibe ihres Wagens ein.

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